Messe Karlsruhe

»art karlsruhe 2026«

Halle 02, D24/D25

5. bis 8. Februar 2026

»LINIEN DER WAHRNEHMUNG«

Mit Linien der Wahrnehmung präsentieren die BEGE Galerien ein Konzept, das die Linie nicht allein als formales Gestaltungsmittel versteht, sondern als Schwelle zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, zwischen Materialität und Immaterialität, zwischen Ordnung und Auflösung. Die Linie wird zur Trägerin von Raum und Resonanz und zugleich zum Instrument, das unsere Wahrnehmung irritiert und hinterfragt.

 

SKULPTURENPLATZ

Der Skulpturenplatz wird zum Resonanzraum der Wahrnehmung. Jede Bewegung verändert den Blick, jede neue Perspektive eröffnet ein verändertes Erleben von Form, Material und Transparenz.

Drei monumentale Skulpturen von Julian Voss‑Andreae entfalten hier eine einzigartige Spannung.

Der in Hamburg geborene Künstler studierte Physik und Philosophie in Berlin, Edinburgh und Wien, bevor er 1999 als Doktorand in der Forschungsgruppe des Nobelpreisträgers Anton Zeilingers an der Universität Wien an einem Experiment mit, das erstmals das Wellenverhalten großer Moleküle wie C‑60 („Buckyballs“) experimentell nachgewiesen werden. Eine direkte Veranschaulichung der Quantenwelt im fast greifbaren Maßstab. Diese Erfahrung prägt sein Werk bis heute.

Diese wissenschaftliche Erfahrung prägt sein künstlerische Arbeiten wie kaum etwas anderes. Seine Skulpturen bestehen aus akkurat gelaserten Edelstahlplatten, deren Verbindungen durch filigrane Schweißungen fast unsichtbar werden. Je nach Blickwinkel erscheinen sie als geschlossene, massive Figuren. Aus einem bestimmten Blickwinkel hingegen lösen sie sich nahezu vollständig auf.

Transparenz, die an eine Welle denken lässt. Das Wechselspiel von Präsenz und Auflösung evoziert ein räumliches Phänomen, in dem sich Wahrnehmung und Realität ständig verschieben.

Jedes Betreten des Skulpturenplatzes, jeder Schritt, jede optimale Ausrichtung erzeugt ein neues Bild – als wäre man Teil eines quantenphysikalischen Experiments in Echtzeit.

 

GALERIESTAND

Der Galeriestand führt diese Idee in vier weiteren Positionen fort:

Bernar Venet, international als Konzeptkünstler und Bildhauer bekannt, ist mit Maquettes und Papierarbeiten in limitierter Auflage vertreten. Auch in diesen Formaten bleibt die Linie sein zentrales Thema. Zwischen mathematischer Strenge und offener Bewegung. Seine Arbeiten zeigen in konzentrierter Form, wie Kalkül und Zufall sich überlagern und Wahrnehmung herausfordern.

Gisela Hoffmann arbeitet mit gespannten Textillinien, die Architektur durchziehen und Zwischenräume sichtbar machen. Ihre Installationen definieren Raum durch Reduktion und zeigen die Linie als flüchtige Setzung, die sich je nach Standpunkt verändert.

Patrizia Casagranda entwickelt Mixed-Media-Porträts aus recycelten Materialien, die aus der Nähe als haptische Reliefs erscheinen und sich erst mit Distanz zu klaren Figuren fügen. Die Linie entsteht hier aus Fragmenten und Strukturen, die sich erst in der Wahrnehmung des Publikums zu einem Bild verdichten.

Armin Göhringer schließlich verwandelt massive Holzstämme durch Schnitte und Auslassungen in offene Gerüste, in denen Leere und Masse gleichermaßen tragen. Seine Linien sind Schnitte im Material, die Stabilität und Fragilität in Balance bringen und den Blick auf das Wesentliche lenken.

 

So entsteht ein Panorama, in dem die Linie zur verbindenden Sprache wird. Als Raster und Relief, als konzentrierte Form im Modell und auf Papier, als gespannte Fadenstruktur und als Schnitt im Holz.

Der Galerie-Stand ergänzt den Skulpturenplatz damit um eine Vielfalt an Perspektiven, die den Besucher:innen unterschiedliche Zugänge zu Linien der Wahrnehmung eröffnen.

Mit diesem Auftritt trägt die BEGE Galerien Ulm zur Sichtbarkeit und Weiterentwicklung skulpturaler Positionen bei und zeigt, welchen Stellenwert Skulptur und Installation heute in der internationalen Kunstszene haben.